Nicht zu fassen, aber wahr: Die Animeverfilmung von Frances Hodgson Burnett Roman
"Die kleine Prinzessin Sara" ist nun endlich auf DVD erhältlich! Wie lang hat man als Fan darauf gehofft
Die kleine Halbwaise Sara Crewe lebt mit ihrem Vater in Indien. Ihr Vater hat gerade erst eine Diamantenmine dort gekauft und hat daher geschäftlich sehr viel zu tun. Dennoch möchte er seiner Tochter eine entsprechende Ausbildung gewährleisten und bringt sie daher in das von ihm geschätzte London in England. Dort soll Sara in Mrs. Minchins Internat für junge Damen am ganz normalen Schulunterricht teilnehmen und zudem in Tanz, Etikette und vornehmen Benehmen unterrichtet werden. Mrs. Minchin betreibt das Internat zusammen mit ihrer Schwester Fräulein Amelia, eine gutherzige Frau, welche die Schülerinnen hauptsächlich in Tanz und Etikette unterrichtet.
Bevor der Vater jedoch fährt möchte er seiner Tochter noch einen letzten Gefallen tun. Sara ist ein sehr verträumtes Mädchen und hatte einen Traum, das eine bestimmte Puppe mit dem Namen Emily in London auf sie warten würde. Nach einer fast endlos erscheinenden Suche finden sie endlich die Puppe in einem Bekleidungsgeschäft. Diese Puppe ist fast wie ein Familienmitglied für Sara, die ihr helfen soll die Trennung von ihrem Vater zu verkraften.
Sara sticht von vornherein aus der eher schlichten Erscheinung ihrer Mitschüler heraus. Ob es nun ihr eigenes Zimmer, ihre eigenen Möbel und Bücher, ihr eigenes Pony Jump mit Kutsche und Kutscher Peter, oder ihr Papagei Bon'aparte ist: Sara ist die Reichste von allen. Und auch wenn die recht dominante und beinahe überfordert scheinende Leiterin des Internats, Mrs. Minchin, Sara aufgrund eines dummen Missverständnisses alles andere als mag, nutzt sie den Status des Mädchens doch um ihr Internat publik und bekannt zu machen. Selbst vor der Frau Bürgermeister wird Sara mit ihrer aussergewöhnlich anmutigen und pompösen Kleidung als Aushängeschild genutzt. Mrs. Minchin erhofft sich dadurch natürlich finanzielle Unterstützung, da sie an allen Ecken und Enden sparen muss. Auch großzügige Spenden von den Eltern der Kinder sind eher selten, so schaut sie auf jeden Cent und wird immer verkniffener und böser.
Sara freundet sich sehr schnell mit Ermengard an, die von allen anderen eher verspottet wird, da sie besonders im Französischunterricht große Lücken und Mängel aufweist. Sara, die mit der französischen Sprache aufgewachsen ist, da ihre verstorbene Mutter Französin ist, unterstützt Ermengard in dem sie ihr hilft ihre Wissenslücken auszufüllen. Dafür ist Ermengard ihr eine besonders treue Freundin und Weggefährtin.
Auch zu der kleinen Lottie hegt Sara ein inniges Verhältnis, das man fast wie ein Mutter-Tochter Verhältnis sehen könnte. Lottie ist die jüngste im Internat und hat bereits als Baby ihre Mutter verloren, was sie eine große Sehnsucht spüren lässt, nach einer Beschützerin in ihrem Leben. Sara schafft es Lotties Herz zu gewinnen und ihre Tränen zu trocknen. Und als Sara verspricht für Lottie eine neue Mami zu sein, da beginnt zwischen den beiden eine tiefe innige Beziehung die auch bis zum Schluss nicht abreißt.
Und auch wenn Mrs. Minchin den Schülern den Kontakt zum Personal verboten hat, hegt Sara doch heimlich eine Freundschaft zum Küchenmädchen Becky, welches sehr hart arbeiten muss und immer erst als Letzte im Haus in ihrer Dachkammer zur Ruhe kommt. Becky ist Saras engste Bezugsperson und später auch eine Begleiterin fürs Leben. Man könnte fast von einem schwesterlichen Verhältnis sprechen.
Genauso hegt sie ein sehr enges Verhältnis mit Peter, der am Anfang noch ihr Kutscher und später einer der Helfer in der Not ist. Er sieht es nicht gerne wie man Sara behandelt und nimmt sie gegen Ende der Serie kurzfristig bei seiner Familie auf.
Auch Mrs. Amelia hegt zu Sara eine sehr liebevolle Verbindung, selbst noch in den Zeiten, wo es Sara sehr schlecht geht. Auch wenn sie sich kaum gegen ihre Schwester durchsetzen kann, so versucht sie Sara in gewisser Weise irgendwie beiseite zu stehen und ihr die Situation ein wenig angenehmer zu gestalten. Sie bemitleidet Sara sehr und wünscht sich oftmals das sie selbst ein wenig mutiger wäre. Sie versucht dann aber lieber doch ihre Schwester zu beruhigen, was bei der aufbrausenden Mrs. Minchin alles andere als einfach ist. Erst zum Schluss schwingt sie sich zu wahrer Größe auf und zeigt ihrer Schwester das sie auch ganz anders kann und wie sie zu Sara steht.
Eine besonders tierische Freundschaft hat Sara seit dem ersten Tag auf dem Dachboden. Die Maus Emil und seine Familie ersetzen notdürftig den Verlust von Bon'aparte und Jump. Sara teilt selbst die wenigen Brocken die sie oftmals zu essen bekommt noch mit der kleinen Maus und seiner Familie.
Vom ersten Tag an hat Sara jedoch auch eine Feindin: Lavinia, ein Mädchen reicher Ölbarone aus Amerika. Sie ist die Klassensprecherin und Älteste. Bevor Sara an das Internat kam, war sie die reichste und Bewundertste von allen. Auch wenn sie für ihre arrogante und oftmals auch grobe Art und Weise von vielen Mitschülern gefürchtet wird.
Der Grund warum Lavinia Sara nicht leiden kann ist einfach: Sara ist reicher und obendrein auch beliebter als sie. Und seit Sara im Internat ist, ist der Fokus der Internatsleiterin auch eher auf das fremde Mädchen aus Indien gelegt als auf die neidische Amerikanerin. Das kann sie kaum ertragen und daher versucht sie Sara und ihren Freundinnen das Leben künstlich schwer zu machen. Und je öfter ihre Pläne scheitern und je mehr Statussymbole sie verliert (Sara wird neue Klassensprecherin und übernimmt die Gruppenleitung der Schüler auf dem sonntäglichen Gang zur Kirche) umso bösartiger und grausamer wird sie.
Saras wahres Abenteuer beginnt als sie an ihrem Geburtstag plötzlich erfahren muss, das ihr Vater in Hinterindien an Gelbfieber erkrankt und gestorben ist. Auch soll der Partner ihres Vaters ihn betrogen haben und die Mine soll nur wertlose Steine liefern. Der Anwalt des Vaters macht alle Besitzansprüche geltend für den Nachlass des Vaters und auch dem Besitz des Mädchens, da er angeblich so horrende Summen für Mr. Crewe aufgebracht hat, dass er damit seine Schulden als getilgt sieht. Mrs. Minchin die ihre Felle davonschwimmen sieht, projeziert all ihre Wut über die verlorenen Gegenstände und Kleider auf das kleine Mädchen, das nun Vollwaise geworden ist und gar nicht versteht was um sie herum geschieht. Sie weiß nur eines: Sie ist ganz allein auf der Welt und sie besitzt nichts mehr bis auf ihre Puppe, ein Bild von Vater und Mutter, sowie die Geschenke von Peter und Becky (eine Okarina und ein selbstgebasteltes Nadelkissen).
Dem angeblichen "Wohlwollen" von Mrs. Minchin hat sie es dann auch zu verdanken, das sie schließlich wie Becky als Küchenmädchen arbeiten muss. Dabei erfährt sie weder von James (Koch) und Molly (Köchin) eine freundliche Behandlung noch von Mr. Minchin die sich allein schon über Saras Anwesenheit oftmals aufregt. Im Endeffekt stellt sie Sara nicht nur als Küchenmädchen, sondern auch als Französischlehrerin für die Kleinen ein, natürlich wieder um Geld zu sparen. Denn im Grunde verbraucht Sara nur das was sie isst, und das ist oftmals nicht viel, da sie mehrfach gar nichts zu essen bekommt. Doch diese Position ist nur von kurzer Dauer.
Auch Lavinia sieht nun ihre Stunde gekommen und obwohl Sara eigentlich schon gar nicht mehr tiefer sinken kann, zeigt Lavinia ihr offen ihren Hass und ihre Niederträchtigkeit. Selbst als Lavinias Vater erbost über das Verhalten seiner Tochter (sie wollte Sara zu ihrer Dienstmagd machen lassen) ihr eine Ohrfeige gibt, scheint Lavinia eher noch mehr Hass auf Sara zu projezieren.
Sara distanziert sich von ihren Freundinnen, weil sie glaubt das sie sie als Küchenmagd nicht mehr mögen würden. Zumal der Kontakt zum Küchenpersonal ja verboten ist. Trotz allem wollen Ermengard und Lottie ihre Freundin aber nicht verlieren und beschließen Sara in der Dachkammer zu besuchen. Sara erkennt das noch immer zu ihr stehen und ist froh das sie scheinbar doch nicht so allein ist.
Im Endeffekt will sie sich mit der Endgültigkeit des Todes von ihrem Vater auch nicht wirklich abfinden und lernt zu kämpfen. Beim ehemaligen Anwalt ihres Vaters kann sie nicht viel erreichen. Deshalb schreibt sie einen Brief an die indische Polizei um herauszufinden was wirklich geschehen ist. Die Antwort erhält sie jedoch erst gegen Ende der Serie. Bis dahin muss sie sich noch sehr viel gefallen lassen.
Als jedoch nach einem langen und qualvollen Weg im Nebenhaus schließlich Herr Chrisford einzieht, scheint sich das Blatt für das kleine indische Mädchen langsam wieder zum Guten zu wenden. Ram Dass, der Diener des Nachbarn Herr Chrisford hat sich mit den Mädchen angefreundet und sie genau beobachtet. Er macht sich sehr schnell ein Bild von den Zuständen im Haus und erzählt seinem Herren davon wie hart die Mädchen arbeiten müssen und wie schlecht man sie behandelt. Im Zuge dessen wird Sara sehr krank und durch einen betrunkenen Arzt falsch diagnostiziert. Er gibt dem Mädchen keine Überlebenschance.
Ermengarde schickt Becky zu ihrer Tante, die sie mit Sara einmal besucht hatte. Die Tante kennt sich sehr gut mit Heilkräutern aus und mixt für Sara eine Fiebersenkende Medizin. Saras Krankheit bleibt auch Ram Dass nicht verborgen und er besucht das fiebernde Mädchen in seinem eiskalten Dachzimmer. Er berät sich mit seinem Herren, der sich entscheidet den Mädchen etwas gutes zu tun. In diesem Moment wird Herr Chrisford mit Hilfe seines Dieners Ram Dass zum Zauberer für Sara und Becky. Auf geheimnisvolle Weise wird das Märchen vom "Tischlein Deck Dich" wahr. Doch als Mrs. Minchin den nächtlichen Zauber entdeckt, da schlägt das Schicksal wieder grausam zu.
Als beim Halloween Fest schließlich Saras neue Unterkunft, der Stall wo einst ihr Pony unterstand, durch ein Missgeschick von Lottie in Brand gesetzt wird, macht Mrs. Minchin Sara dafür verantwortlich und verweist sie des Hauses. Bei Peter findet sie einen Unterschlupf und schließlich auch eine Arbeit als Streichholzverkäuferin.
Als jedoch im Internat ein großes Paket ankommt, welches für Sara bestimmt ist, nimmt das Schicksal eine entscheidende Wendung. Man holt Sara wieder zurück und behandelt sie wieder zuvorkommend, da scheinbar ein reicher Verwandter oder Gönner aufgetaucht ist, mit dem man es sich nicht verscherzen möchte.
Der Nachbar Herr Chrisford, der aus Indien nach London gekommen ist, weil er auf der Suche nach der Tochter seines verstorbenen Geschäftspartners ist, ist schwer krank. Auch ihn hat das Gelbfieber fast dahin gerafft. Und er kann sich einfach nicht mehr an die Beschreibung des Mädchens erinnern. Er fühlt sich sehr mit dem kleinen Mädchen auf dem Dach des Internats verbunden und wünscht sich sehr das sie es wäre, ohne zu wissen, das sie die Gesuchte ist. Erst der kleine Affe Sulya, der vom Nachbarhaus mal wieder auf Saras Dachboden gelandet ist, sorgt dafür das Sara an der Tür des Nachbarhauses klingelt.
Dort trifft sie auch den kleinen Jungen wieder, der ihr oftmals schon auf ihren Einkaufstouren, sowie bei ihrer Arbeit als Streichholzverkäuferin begegnet ist und der sie als so etwas wie ein wahr gewordenes Märchen betrachtet.
Als sie eintritt und sich vor der versammelten Gesellschaft bedankt, bringt der kleine Junge, welcher der Sohn des Anwalts von Herrn Chrisford ist, sowie der Anwalt selbst Licht ins Dunkel. Sara bekommt endlich die Gewissheit, das ihr Vater zwar tot, aber sie alles andere als mittellos ist, da die Diamantenmine äußerst ertragreiche Vorkommen ans Tageslicht befördert. Und sie erfährt das Herr Chrisford der Geschäftspartner ihres Vaters war, der sie nun als Universalerbin einsetzt, da er keine eigenen Kinder hat.
Diese Gewissheit muss auch Mrs. Minchin alsbald erfahren, die von Lavinia angestachelt wurde im Nachbarhaus nach Sara zu suchen. Mit der Tatsache konfrontiert das der Nachbar von der schändlichen Behandlung Saras weiß und das die Kleine nun wirklich eine Diamantenprinzessin ist, bricht die bisher so dominante und herrische Person zum allerersten mal in sich zusammen. Mrs. Amelia sieht nun ihre Chance gekommen ihrer Schwester ihr unmenschliches Verhalten dem kleinen Mädchen gegenüber klarzumachen. Dabei bricht Mrs. Minchens Fassade komplett zusammen und es bleibt nur noch eine wimmernde um Gnade winselnde Jammergestalt übrig, die kaum noch Kraft und Glauben daran hat, dieses Internat weiterzuführen.
Doch auch für sie wendet sich alles zum Guten. Denn Sara, die wirklich sehr freundlich und alles andere als Nachtragend ist, gibt eine große Spende an das Internat und Geschenke für die Weihnachtsfeier. Sie hat vor ihre Ausbildung im Internat zu beenden, was Mrs. Minchin zur Freude aller verkündet.
Lavinia ahnt das sie wieder alles verlieren wird, denn Sara ist nun noch reicher als je zuvor und obendrein noch große Spenderin für das Internat. Sie könnte vor Wut zerplatzen, doch sie entscheidet sich schlussendlich für das kleinere Übel. Gute Miene zum bösen Spiel. So versöhnt sie sich mit Sara, die das sehr herzlich aufnimmt. Im Grunde jedoch hat Lavinia schon ihre Abreise geplant, denn wo sie nicht die Beste und Beliebteste sein kann, da weilt sie offensichtlich nicht allzu lange.
Dennoch verbringen alle in friedlicher Eintracht noch ein schönes Weihnachtsfest im Internat. Sara bekommt auch das Pferd, die Kutsche und ihren Papagei zurück, worüber sie sich maßlos freut. Und auch Peter ist wieder als Kutscher eingestellt.
Das schönste Geschenk bekommt jedoch Becky, die Sara von nun an als beste Freundin überallhin begleiten darf. Deshalb fahren die Beiden mit Herrn Chrisford und dem Schiff über die Ferien nach Indien zurück. So endet die tragische Geschichte um ein kleines verträumtes Mädchen, das sehr früh lernen musste sich zu bewähren...
46 Folgen in zwei DVD Boxen, über 1000 Minuten wird beste Unterhaltung geboten. Man kann mitlachen, mitweinen und sich mitärgern. Für alle Kenner ein geliebtes Sammelstück.
Im Übrigen gab es auch eine Real-Serie mit 6 oder 9 Folgen. Diese wurde vor Kurzem nun auch auf einer Doppel DVD veröffentlicht!